Plattform für das Leben Vorarlberg
15 March 2023

"Mutmach-Geschichte" von Ines

Mein kleines ungeplantes Glück, welches mein Leben um 180 Grad wendete!

Ines hatte gerade ihre Ausbildung zur Kindergärtnerin abgeschlossen. Sie begann mit großer Begeisterung in ihrem Traumberuf zu arbeiten. Doch dann wurde ihr Leben durchkreuzt: Sie wurde schwanger von einem Mann, der es nicht ehrlich mit ihr meinte. Geholfen hat ihr eines von vielen Paaren, die sich Schwangeren in Not annehmen.  Ines möchte mit ihrer Erfahrung danke sagen und zugleich allen Mut machen, deren Lebenswelt aufgrund einer ungewollten Schwangerschaft auf den Kopf gestellt wird.

Ines erzählt uns ihre Geschichte.

Hallo, ich bin Ines!

Gerne möchte euch erzählen, wie es war, als ich mit 20 Jahren überraschend schwanger wurde. Damals lernte ich einen tollen Mann kennen. Ich glaubte ihm, dass er ernsthaft an einer Beziehung mit mir interessiert sei. Doch er wollte mich nur ins Bett bringen, mehr war da nicht dahinter. Ich habe ihm vertraut – und erst hinterher erfahren, dass er bereits verheiratet war und Kinder hatte.
Unglaublich, aber wahr: Beim ersten Mal wurde ich von ihm schwanger. Schwanger zu sein war zu diesem Zeitpunkt schrecklich für mich. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich rief meine beste Freundin an und erzählte ihr davon. Ich war nur am Weinen. Beim Frauenarzt lag ein Flyer auf, den ich beiläufig mitnahm. Meine Gedanken kreisten ständig um die Frage: Abtreiben, Adoption oder Kind behalten? Ich rief mehrere Abtreibungskliniken und Arztpraxen wegen eines Termins an. Ich bekam einen, musste aber noch 3 Wochen warten.
Der Flyer einer Hilfsorganisation vom Frauenarzt lag neben mir. Ich dachte, was schadet es, wenn ich da anrufe. Durch Vermittlung kam ich dann zur Plattform für das Leben. Ein Mitarbeiter hat mich dann kontaktiert. Es war Christoph. Wir haben mehrere Male und ausgiebig telefoniert. Ich bin sehr dankbar, dass er mich damals angerufen hat. Ihm konnte ich meine Ängste anvertrauen.

Ich habe mich für das Leben meiner Tochter entschieden!

Meine Entscheidung wäre damals eventuell anders ausgefallen, wären da nicht Menschen gewesen, die mich gestärkt hätten. In verschiedenen herausfordernden Situationen, die dann im Laufe der kommenden Monate folgten, haben mir Christoph und seine Frau Maria geholfen. Sie sind für mich Freunde und Vorbilder geworden.

Jetzt darf ich Mama sein!

Ich bin dankbare Mama einer liebevollen, sturen, hilfsbereiten und starken kleinen Prinzessin. Ich liebe sie und bin froh, sie als Tochter haben zu dürfen. Ihr Vater, der damals sehr auf Abtreibung drängte, hat längst den Kontakt zu mir abgebrochen. Seine Aussage: „Entweder du treibst ab oder du schaust, wie du alleine zurechtkommst, dein Leben lang.“ Er wollte nicht, dass jemand von diesem „Missgeschick“ erfahren sollte, weil das sein Leben zerstören würde. Ich kann dem leiblichen Papa meiner Tochter mittlerweile nicht mehr böse sein, da er mir ein schöneres Geschenk gemacht hat, als er mir mit allem Geld der Welt nicht geben hätte können. Er wollte keinen Kontakt zu seiner Tochter. Ebenso hat er noch nie ein Bild von ihr gesehen. Mein Mädchen wächst zwar leider ohne ihren biologischen Papa auf, dafür aber mit den besten Großeltern und einem super „Ersatzpapa“. Mein jetziger Mann, mit dem ich mittlerweile auch ein gemeinsames Kind habe, nimmt sie an, wie sein eigenes Kind. 

Mit einer Abtreibung wäre ich vermutlich nie klargekommen.

Ich bin sehr froh, dass ich mich für mein Kind entschieden haben. Mein Leben wäre vielleicht kurzfristig gesehen in mancher Hinsicht leichter verlaufen. Aber auf keinen Fall möchte ich meine wundervolle Tochter vermissen, für die es sich gelohnt hat, alles zu geben.

Wenn du meine Geschichte liest und du vielleicht gerade in einer ähnlichen Situation bist, wie ich damals, dann wünsche ich dir Mut für dein Kind. Es gibt immer einen Weg. Ich bin sicher, dein Kind hat gerade dich als Mama ausgesucht, weil du für dein Kind die beste Mama der Welt bist!

Deine Ines


Wer sich für ratsuchende Frauen im Schwangerenkonflikt einsetzen möchte, so wie Christoph und Maria in dieser Geschichte, wendet sich bitte an Plattform für das Leben Vorarlberg (österreichweit).