Plattform für das Leben Vorarlberg
6 March 2021

Prof. Paul Cullen behält Professur an Uni Münster


Die starken Interventionen und Petitionen gegen das ihm widerfahrene Unrecht waren erfolgreich!

Petition · Studierende der WWU: Statement für freie Meinungsäußerung und kulturelle Diversität an der WWU · Change.org

Wie uns Prof. Cullen in einem persönlichen Schreiben berichtet, wird die Universität Münster den Lebensrechtsaktivisten weiterhin als außerplanmäßigen Professor behalten.

Es zeigt einmal mehr, dass es sich lohnt, sich zur Wehr zu setzen, wenn man aufgrund seiner ideologischen Sichtweise - in diesem Fall das Engagement für die Ungeborenen - diffamiert wird.

Wir freuen uns mit Prof. Cullen!

Aktueller Bericht auf kath.net


Hier der Brief von Prof. Cullen an uns:

Liebe Freunde des Lebens!

Seit vielen Jahren lehre ich als außerplanmäßiger Professor Laboratoriumsmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster. Wie viele von Ihnen mitbekommen haben, wurde ich Ende Januar 2021 dort Ziel heftiger Angriffe durch den Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) und eine Gruppe, die sich „kritische Mediziner*innen“ nennt. Im Wesentlichen wegen meines Engagements für das Lebensrecht haben diese die medizinische Fakultät und den Senat aufgefordert, mir meine Professur zu entziehen und mich nicht länger an der Universität lehren zu lassen. Hierüber wurde in der lokalen Presse und überregionalen Medien ausführlich berichtet. Sogar in Italien und Spanien wurde der „Fall“ aufgegriffen.

Die Medizinische Fakultät der WWU hat sich am 26. Februar 2021 nun entschieden, mir weder die „Außerplanmäßige Professur“ noch meine Lehrtätigkeit zu entziehen (https://www.medizin.uni-muenster.de/fakultaet/news/stellungnahme-der-medizinischen-fakultaet-zur-kritik-an-einem-apl-professor.html).

Wie es in der Stellungnahme der Fakultät heißt, wäre die Voraussetzung für die Aberkennung ein „wissenschaftliches Fehlverhalten“, wie „zum Beispiel eine erhebliche, fahrlässige oder vorsätzliche Falschdarstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse“. Ein solches Fehlverhalten, sei aber nach Prüfung der Vorwürfe, „nicht gegeben“. Weiter heißt es: „Auch liegen der Medizinischen Fakultät keine Belege dafür vor, dass Prof. Cullen seine privaten Ansichten in unzulässiger Weise in seine Lehre an der WWU einfließen lässt und damit Privates mit den Verpflichtungen aus der außerplanmäßigen Professur vermischt.“

Die Meinungsäußerungsfreiheit sei „konstitutiv für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung“, es verbietet sich, „bei der Bestimmung ihres Schutzbereichs nach ,guten‘ und ,schlechten‘ Meinungen oder ausgewogenen und unausgewogenen Begründungen zu differenzieren.“

Ebenfalls am 26. Februar habe ich folgendes Statement auf meiner privaten Webseite (www.profpaulcullen.de) veröffentlicht:

„Vielfalt, Offenheit, Meinungsfreiheit, freiheitlich-demokratische Grundordnung."

Ich freue mich sehr, daß die medizinische Fakultät diese Prinzipien heranzieht, um der Forderung des AStA nach meiner Entlassung und damit der an Universitäten grassierenden „Cancel Culture“ klar zu widersprechen. Ich stehe weiter jedem für einen wissenschaftlichen Diskurs über meine Meinungen zur Verfügung. Auch dem AStA, der gar nicht diskutieren, sondern andere Meinungen lieber von der Uni verbannen will. In meiner Vorlesung wird es allerdings auch weiterhin nicht um Lebensrechtsfragen gehen, sondern wie bisher um Diabetes mellitus und Fettstoffwechsel. Diese Gelegenheit möchte ich auch wahrnehmen, um mich bei den sehr vielen Menschen ganz herzlich zu bedanken, die mich in dieser Zeit auf vielfältige Weise unterstützt haben. Unser gemeinsamer Erfolg gilt nicht nur der Meinungsfreiheit, sondern auch dem Recht auf Leben in allen Phasen der menschlichen Existenz.“

Hiermit möchte ich mich herzlich bei Ihnen allen für Ihre Unterstützung und Ihr Gebet in dieser für mich durchaus schwierigen Zeit bedanken. Dieser Erfolg soll uns allen Ermutigung sein, klar und wahrnehmbar für das Recht auf Leben aller Menschen einzutreten, von der Zeugung bis zum natürlichen Tod.  Auch wenn wir mit unserer Meinung in der Ärzteschaft und in der Gesellschaft derzeit (noch) eine Minderheit sind, so sind wir durchaus nicht so wenige, wie uns die Medien oft suggerieren. Die Flut an Zuschriften und an Unterschriften für die mich unterstützende Internet-Petition beweisen dies.

Mit nochmaligem herzlichem Dank und beste Grüße aus Münster

Ihr

Paul Cullen

Erster Vorsitzender des Vereins "Ärzte für das Leben"